Pressemitteilung
des Jüdischen
Studentenverbandes Berlin – JSB e.V.
Keine Sicherheit für
Holocaust-Andacht
Traditionelle
Namenslesung der verfolgten und ermordeten Juden Berlins während des
NS-Regimes muss aus mangelnder Sicherheit vom Wittenbergplatz in die
Fasanenstrasse verlegt werden
Berlin, 05.04.2004; „lekol ish jesh shem“ (hebr.: „jeder Mensch hat
einen Namen“) ist nicht nur der einschlägige Name der Kindergedenkstätte
in Yad va Shem, der größten Holocaust-Gedenkstätte weltweit bei
Jerusalem, vielmehr hat es sich zum Leitmotiv der Andacht aller
verfolgten, unterdrückten und ermordeten Juden während des Zweiten
Weltkriegs etabliert.
„Jeder Mensch hat einen Namen“ soll den unzähligen gesichtslosen
Opfern unter den insgesamt 6.000.000 vernichteten Juden ihr Eigen, ihren
Namen zurückgeben. Der anonymen Zahl Leben verleihen und Gestalt
annehmen.
Anlässlich des Holocaust Gedenktages halten verschiedene Organe der Jüdischen
Gemeinde zu Berlin jedes Jahr eine Namenslesung der 55.696 ermordeten
Berliner Juden am Wittenbergplatz ab. Die Lokalität birgt viele unumstößliche
Vorteile in sich, wie den starken Fußgängerverkehr und die allgemeine
aufmerksamkeitsstarke Präsenz.
Dieses Jahr allerdings, kann die Lesung nicht mehr am Wittenbergplatz
abgehalten werden. „Aus mangelnder Sicherheit“, entschied die Jüdische
Gemeinde zu Berlin, dass die diesjährige Veranstaltung in der
Fasanenstrasse, vor dem Gemeindezentrum stattfinden soll. „Es kann nicht
angehen, dass wir um die Sicherheit von bewegten und motivierten Lesern
bangen müssen“, so Avi Toubiana, der Vorsitzende des JSB, „besonders
nachts, wenn wenig Fließverkehr ist, stehen wir dieses Jahr vor einem großen
Problem“.
Die Lesung beginnt am Sonntag den 18. April 2004 um 19:30 Uhr und endet voraussichtlich
am 19. April gegen 24:00 Uhr.
Der JSB und die Jüdische Gemeinde zu Berlin laden alle interessierten Bürger
und Vereine/Verbände Berlins ein, sich aktiv an der Andacht zu
beteiligen, und selbst Namen aus dem „Buch der Vergessenen“
vorzulesen.
Für weitere
Informationen oder zur Anmeldung von größeren Gruppen wenden Sie
sich bitte an
Jüdischer Studentenverband Berlin e.V.
Elena Eyngorm
Joachimstaler Strasse 13
Tel.: 0179-7933664
Email: eyngorn@yahoo.com